Dass Google im Fadenkreuz vieler Datenschützer steht, ist ja schon seit einigen Jahren so. Aber die jüngste Affäre rund um den Datenklau und das Erfassen privater Wlan Netze hat Google mal wieder in das breite Licht der Öffentlichkeit gerückt.
Das Google Street View Programm kennen viele Internet User bestimmt bereits. Hierbei hat man die Möglichkeit, virtuell bestimmte Straßenzüge entlang zu fahren. Dazu wurden Millionen von Straßen von Google fotografiert und archiviert. Allein die Tatsache, dass ein Google-Mobil durch die Straßen fährt und Häuser, Menschen und Umwelt für die Weltöffentlichkeit fotografiert, mag Datenschützern schon sauer aufstoßen. Aber jetzt kam ans Licht, dass Google sogar Wlan Netze erfasst hat. Im Vorbeifahren hat man sich sämtliche Daten zum Netzwerk, die SSID, den Grad der Verschlüsselung und MAC-Adressen erfasst.
Doch damit nicht genug. Auch Teile von privaten E-Mails und Webseiten wurde archiviert und gespeichert. Google hat sich zu diesen Vorgängen inzwischen auch öffentlich bekannt und argumentierte, dass es sich dabei nur um Bruchstücke der jeweiligen Daten handelte. Das ist auch nicht verwunderlich, da das StreetView Auto ja auch ständig in Bewegung ist und für jedes Netzwerk nur wenig Zeit hat. Trotzdem reichen diese 5 Sekunden vorbeifahren um relevante Infos aus offenen Netzwerken zu gewinnen.
Desweiteren erklärte Google, dass es sich hierbei um einen “versehentlichen” Vorfall handelte. In das Programm sei aus Versehen ein fremder Code aus einem anderen Programm gelandet. Dieses Programm galt der Analyse von Daten die per Funk versendet werden. Aufgefallen sei diese Panne erst, als man sich mit dem Fragenkatalog des hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar beschäftigte.
Man kann sich darüber streiten, ob es sich wirklich um ein Versehen seitens Google handelte, oder man nur die Grenzen des Machbaren auslöten wollte. Wenn die Affäre keinem aufgefallen wäre, würde Google wahrscheinlich immer noch durch Deutschland fahren und munter Daten sammeln. Desweiteren ist es sehr unglaubwürdig, dass in einer so riesigen und sauber organisierten Firma wie Google ein kompletter Programm Code von einem Projekt in das nächste rutscht. Sollte sich hier ein Mitarbeiter einen Scherz erlaubt haben, wird er ihn spätestens jetzt bereuen.