Die Finanzkrise verhilft den Entwicklungsländern zu gutem Wachstum – Doch auch ihren Bürgern?

Nach einem Bericht der Weltbank werden die Entwicklungsländer durch die Finanzkrise Wachstumsraten von bis zu 4,6 Prozent erreichen, diese werden dann in 2001 und 2002 weiter ansteigen. Zurückzuführen ist der Aufschwung auf unerwartet hohe Wachstumsraten in Industriestaaten und einer Belebung des Welthandels, wodurch auch die Rohstoffpreise ansteigen.

Der Bericht über die Außenfinanzierung der Entwicklungs- und Schwellenländer besagt auch, dass das Pro-Kopf-Wachstum ansteigen wird. Dennoch werden 41 Staaten mit über einer Milliarde Menschen kaum die Grenze zum positiven Wachstum überschreiten können. Dies verdeutlicht die Ungewissheit dieser Länder, Aufschwung und Reformen sind weiterhin nur schwer einzuschätzen.

Weiterhin wurde in dem Bericht angemerkt, dass sich die internationalen Kapitalmärkte zwar erholen, diese allerdings aufgrund hoher Risiken abgeschreckt werden, Kredite an Entwicklungs- und Schwellenländer zu verleihen. Dagegen wird ausgesagt, dass Direktinvestitionen aus dem Ausland die wohl stabilsten Quellen für eine ordentliche Entwicklungsfinanzierung sind.

Der Aufschwung sei vor allem in den Ländern am höchsten, welche handelsorientiert sind und eine gute Wirtschaftsstruktur besitzen. Geringe Wachstumsraten werden hingegen in denjenigen Ländern erwartet, die Erdöl exportieren oder landwirtschaftliche Rohstoffe verkaufen.

Anleihen, Aktienbeteiligungen und Bankdarlehen wurden so wenige verliehen, wie es bereits seit den 90er Jahren nicht mehr war. Dennoch mussten einige Staaten mit einem guten Zugang zum Finanzmarkt mit einem rapiden Rückgang der Inlandsinvestitionen rechnen. In den nächsten Jahren wird vor allem eine Verbesserung der Kapitalmarktflüsse erwartet, alle Prognosen sind allerdings noch sehr wagemutig.

Die abnehmende Bereitschaft Entwicklungs- und Schwellenländern Kredite zu geben, erfährt eine steigende Tendenz. Dies ist vor allem auf die hohen Risiken zurückzuführen, zudem wird nicht jedes Land bei der Rückzahlung der Kredite als vertrauenswürdig eingestuft.

Eine Antwort für “Die Finanzkrise wirkt sich nicht nur auf die Industriestaaten aus”

  1. Lara Reul
    10:21, 04.04.2000

    Wenn bei uns ein so tolles Wachstum prognostiziert wird, müssen wir auch den Ländern helfen, die die Hilfe so nötig haben. Was bringt unser Wachstum wenn wir uns dadurch immer mehr von den Entwicklunsländern distanzieren…

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